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Übungen und Tricks zur Vorbereitung auf
Tierarztbesuche
Gehen Sie beim Üben genauso vor, wie Sie es
tun, wenn Sie Ihrem Tier Pfötchengeben oder "Sitz" beibringen
wollen: Die Gesamtaufgabe in kleine Teilschritte unterteilen und jeden
Fortschritt belohnen. Da man in den meisten Fällen beide
Hände zum Untersuchen braucht, bietet es sich an, statt eines
Clickers o.ä. Zungenschnalzen zu benutzen. Wer ohne Clicker
arbeitet, sollte sich am besten einen Helfer organisieren, der im
richtigen Moment ein Leckerlie "reinschiebt".
Der Einfachheit halber beschreibe ich alle Übungen am Beispiel
Hund. Genauso funktioniert es aber auch bei Katzen.
Ich weise darauf hin, daß keine Haftung dafür
übernommen werden kann, wenn durch das Durchführen
der Anleitungen bei Tieren oder Menschen "Schmerzen, Leiden oder
Schäden" entstehen. Jeder hat selbst zu entscheiden, ob eine
Übung überhaupt oder in dieser Form für sein
Tier (und ihn) geeignet und ungefährlich ist. |
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Zähne kontrollieren
Ziel: Der Hund läßt sich ohne Abwehr die Lefzen
heben sowie das Maul öffnen, um Zähne, Zunge und Rachen
kontrollieren zu können
- Hund steht/ sitzt ruhig
- Lefze anheben
- Finger im Mundwinkel, um die Backenzähne kontrollieren zu können, wird toleriert
- kurz Maul öffnen
- längeres Anschauen des geöffneten Mauls
- Anfassen der Zunge möglich (ohne Abbeißen des Fingers!)
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Kontrolle der Bindehäute/ Verabreichen von Augentropfen
Ziel: Die Augenlider können ohne Abwehr gespreizt werden und ggf. Augentropfen (oder Salbe) können aufgebracht werden
- Hund steht/ sitzt ruhig
- Eine Hand umfaßt die Schnauze
- Die andere Hand liegt auf dem Kopf
- Der Daumen der "Schnauzen-Hand" liegt unterhalb des Auges und zieht mit dem Fell das Unterlid nach unten
- Der Daumen der anderen Hand schiebt die Haut oberhalb des Auges nach hinten, so daß das Oberlid hochgeschoben wird.
- Der Kopf wird so gehalten, daß die Schnauze zur
Decke zeigt: Nun könnte eine zweite Person die Augentropfen
einbringen
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Kontrolle der Ohren/ Verabreichen von z.B. Ohrreiniger
Ziel: Die Ohren können ohne Abwehr kontrolliert werden
und der Hund hält still, wenn Ohrreiniger (oder auch falls einmal
nötig Ohrensalbe) in den Gehörgang verabreicht wird
- Hund steht/ sitzt ruhig
- Die Ohren dürfen angefaßt werden
- An den Ohren darf (vorsichtig) gezogen werden (zum Einsehen des Trommelfells muß bei einer Untersuchung der Gehörgang gestreckt werden)
- Der Eingang des Gehörganges kann mit einem Finger
berührt werden (bitte nicht "drin herumprökeln", der Hund
soll sich nur daran gewöhnen, daß dort bei der Untersuchung
der Ohrtrichter eingeführt wird)
- Investition in eine Flasche Ohrreiniger (vielleicht
gehört Ihr Hund sowieso zu einer Rasse, denen häufiger mal
die Ohren gereinigt werden müssen): Einbringen des Ohrreinigers in
den Gehörgang und Massage
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"Auf Herz und Lungen prüfen"
Ziel: Der Hund steht bewegungslos da, während Herz und Lunge auskultiert werden (jedes
Geräusch, z.B. Knurren, Winseln oder auch Bewegungen, die ein
Schaben des Stethoskopes auf dem Fell verursachen, kann leise Herz-
oder Lungengeräusche übertönen)
- Hund steht ruhig
- Mit einem "Stethoskop" (z.B. ein Punika-Flaschendeckel
hat die richtige Größe) wird der Hund "abgehört", also
der Deckel an verschiedenen Stellen am Brustkorb, links und rechts,
aufgesetzt
- Es wird auch geübt, daß der Deckel zwischen Ellenbogen und Brustwand geschoben wird.
Temperatur messen
Ziel: Der Hund läßt sich ohne Abwehr die Temperatur messen
- Hund steht ruhig
- Mit einer Hand wird die Rute an der Wurzel umfaßt und nach oben gebogen
- Das (eingefettete) Thermometer wird in den After geschoben
- Der Hund bleibt während der Messung ruhig stehen
Bauch abtasten
Ziel: Der Hund läßt sich ohne Abwehr (Bauchdecke anspannen, Knurren usw) den Bauch durchtasten
- Hund steht ruhig
- Die Hände werden links und rechts auf die Bauchwand aufgesetzt
- Zuerst wird nur gestreichelt, dann wird etwas mehr Druck ausgeübt
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Mit diesen Übungen ist Ihr Tier schon für die
häufigsten Tierarztbesuche gerüstet. Hier noch einige
Extras, die nicht so häufig gebraucht werden:
Blutentnahme
Ziel: Der Hund läßt sich ohne Abwehr eine Blutprobe entnehmen
- Hund sitzt ruhig
- Eine Vorderpfote wird angehoben
- Das Fell am Unterarm wird angefeuchtet (zum einen kann man dafür ein feuchtes Tuch verwenden,
damit er sich an das Reiben gewohnt, zum anderen sollte es auch durch
direktes Besprühen z.B. mittels Blumenspritze, funktionieren).
- Oberhalb des Ellenbogens wird mit Zeigefinger und
Daumen das Bein umfaßt (bitte nur vorsichtig und kurz die
Blutgefäße wirklich stauen). Bei langhaarigen Tieren sollte
man auch die Verwendung eines Stauschlauches (z.B. Gummiband, nicht festziehen) üben, weil dies oft ziept.
- Wenn der Hund sich dann noch mit einem angespitzten
Bleistift pieksen läßt, sollte es bei der richtigen
Blutentnahme keine Probleme geben.
- Das ganze kann man auch für das Hinterbein
üben: Die Entnahmestelle liegt hier etwas oberhalb des
Sprunggelenkes. Gestaut wird durch Umfassen des Oberschenkels.
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Fell scheren
Ziel: Der Hund läßt sich ohne Abwehr scheren
(nicht nur praktisch bei Hunden, die getrimmt werden müssen,
sondern auch bei anderen notwendig z.B. für
Ultraschalluntersuchungen). Beispielhaft ist das Scheren des Bauches
beschrieben:
- Hund liegt ruhig auf der Seite bzw. auf dem Rücken
- Sofern Sie im Besitz einer Schermaschine oder einer
Haarschneidemaschine sind, super. Ansonsten suchen Sie sich ein
Gerät, was ein ähnliches Geräusch macht: In einigem
Abstand zum Hund wird das Gerät angeschaltet. Dann trainieren Sie,
daß der Hund das angeschaltete Gerät in immer kleineren
Abständen neben sich toleriert.
- "Scheren" Sie
nun den Hund: Streichen (= schieben) Sie in Bahnen gegen den Strich mit
z.B. einer Zigarettenschachtel (schmale Seite) am Fell entlang.
- Wiederholen Sie dies zusätzlich mit dem ausgeschalteten Gerät, das Sie neben die Schachtel halten.
- Und jetzt das ganze mit Geräusch.
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Entspannt liegen beim Röntgen
Ziel: Der Hund läßt sich ohne Abwehr auf einem Tisch in die gewünschte Position legen (diese Übung kann ggf. im "Ernstfall" eine Narkose ersparen)
- Hund liegt ruhig auf der Seite oder auf dem Rücken
- Turnen Sie mit ihm: Strecken Sie z.B. gefühlvoll die Beine nach vorne bzw. nach hinten oder auch nur ein Bein, während das andere angewinkelt wird.
Ultraschall
Ziel: Der Hund läßt sich ohne Abwehr (aufstehen, Bauchdecke anspannen usw) schallen
- Hund liegt ruhig auf dem Rücken
- Die Hände werden links und rechts auf die Bauchwand aufgesetzt
- Zuerst wird nur gestreichelt, dann wird etwas mehr Druck ausgeübt
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Krallen schneiden
Ziel: Der Hund läßt sich ohne Abwehr die Krallen schneiden
- Hund steht oder sitzt ruhig
- Die Pfoten können angehoben und festgehalten werden (ohne wegziehen)
- Die Krallenschnere umschließt die Kralle (noch nicht zudrücken)
- Die
Krallen werden geschnitten (wichtig: besonders zu Anfang nur kleine
Stücke abschneiden, damit man nicht "ins Leben" schneidet)
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