Die Hündin

Deckzeitpunktbestimmung

Trächtigkeitsuntersuchung


zurück zur Info-Übersicht



Deckzeitpunktbestimmung

Während der meist 3 Wochen dauernden Läufigkeit ist eine Hündin i.d.R. über ca. eine Woche deckbereit. Dies fällt fast immer auch mit der Zeit zusammen, die für eine nachfolgende Befruchtung der Eizellen gut geeignet ist. Es gibt aber auch Ausnahmen: Einige Hündinnen lassen sich fast während der ganzen Läufigkeit, einige nur für Stunden decken. Auch wenn die Möglichkeit besteht, so ist es trotzdem nicht sinnvoll, Rüde und Hündin während der kompletten Zeit zusammenzulassen. Der Rüde würde die Hündin sehr häufig decken, was stets zu einer Keimbelastung der Hündin führt. Außerdem nimmt die Samendichte des Ejakulates durch häufiges Decken schnell ab. Somit kann es sein, daß zum optimalen Zeitpunkt nicht mehr genügend Spermien abgegeben werden.

Die tierärztliche Deckzeitpunktbestimmung bietet folgende Vorteile:

Durchführung der Untersuchung:

Diese Hündin befindet sich in der Nähe des Eisprungs und kann bald gedeckt werden
Unter dem Mikroskop wird der Scheidenabstrich hinsichtlich Zellaussehen und Vorhandensein von Bakterien und Entzündungszellen untersucht.

Die Abstände zwischen den Untersuchungen richten sich nach den Befunden (meistens alle 3 Tage, kann aber auch mal eine Woche sein). Die erste Untersuchung sollte innerhalb von 3 Tagen nach dem ersten Auftreten von blutigem Läufigkeitssekret durchgeführt werden. Dann hat man auch bei Hündinnen, bei denen der Eisprung sehr früh in der Läufigkeit stattfindet, genug Zeit, um das Ergebnis der mikrobiologischen Tupferprobe zu erhalten und, falls notwendig, eine entsprechende Therapie zu beginnen.

Zusätzlich zur "Standard-Deckzeitpunktbestimmung" kann es sinnvoll sein, eine Untersuchung der Geschlechtsorgane mittels Ultraschall durchzuführen. Hiermit kann beispielsweise der Zustand der Eierstöcke und der Gebärmutter bestimmt werden.

Wann ist eine Deckzeitpunktbestimmung in der Form, wie sie oben beschrieben wurde, besonders interessant?


 - Wenn der Besitzer sich nur begrenzt Urlaub nehmen kann bzw. ihn für die Welpenzeit aufsparen will (der Hündinbesitzer braucht nur ein bis zwei Tage beim Rüden zu verbringen, weil ihm der optimale Deckzeitpunkt bekannt ist).

 - Wenn ein "teurer" Rüde genutzt werden soll (weite Anreise zum Rüden, hohe Deckgebühr), weil mit dieser Methode hohe Trächtigkeitsraten erzielt werden können. 

 - Wenn ein Rüde von geringer Fruchtbarkeit genutzt bzw. eine Besamung durchgeführt werden soll, weil dann die Trächtigkeitsaussichten außerhalb des optimalen Deckzeitpunktes eher gering sind.

 - Wenn nur ein Deckakt möglich ist (viele Hündinnen, bei denen kein Deckzeitpunkt bestimmt wird, werden zu früh gedeckt-- "tödlich", wenn Sie nicht nachdecken können).

 - Bei einer Hündin mit Fruchtbarkeitsproblemen.

Trächtigkeitsuntersuchung

Optimalerweise wird die Trächtigkeitsuntersuchung mittels Ultraschall beim Hund ca. 25 Tage nach dem Eispung durchgeführt. Wenn dieser Termin nicht bekannt ist, ist der 28. Tag nach der Bedeckung meist gut geeignet. Zu diesem Zeitpunkt sind die Fruchtanlagen so groß, daß sie i.d.R. gut sichtbar sind, aber noch so klein, daß die Anzahl der Fruchtanlagen bestimmbar ist. Außerdem ist bereits bei den Embryonen das schlagende Herz zu sehen.

Trächtigkeitsuntersuchung per Ultraschall
Vitale Fruchtanlage einer Hündin 29 Tage nach dem Eisprung

Warum sollte überhaupt eine Trächtigkeitsuntersuchung durchgeführt werden?

  1. Die Fütterung der Hündin kann je nach Resultat angepaßt werden.
  2. Falls die Hündin nicht tragend ist, können zu diesem Zeitpunkt Untersuchungen durchgeführt werden, um die mögliche Ursache herauszufinden. Wenn man wartet, ob das Tier wirft oder nicht, ist es für diese Untersuchungen erst einmal zu spät.
  3. Mit der Untersuchung wird gleichzeitig die Vitalität der Früchte überprüft. Falls sich Probleme andeuten (z.B. viele Resorptionen), kann die Hündin engmaschig weiter überwacht werden, bzw. rechtzeitig eine Therapie eingeleitet werden.