Der Rüde

Samenübertragung

Zuchttauglichkeitsuntersuchung

Samengewinnung und -konservierung

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Samenübertragung

Rüdensperma kann auf verschiedene Arten konserviert werden (s. Spermakonservierung). Die Übertragung auf die Hündin erfolgt je nachdem unterschiedlich. Bei allen Verfahrensweisen steht an erster Stelle die Bestimmung des richtigen Besamungszeitpunktes. Er wird analog zur Deckzeitpunktbestimmung festgestellt (s. dort). Bei nativem und flüssig-konserviertem Sperma kann die Samenablage in der vorderen Scheide mittels Besamungskatheter erfolgen. Bei Tiefgefriersperma muß der Samen in der Gebärmutter deponiert werden. Die Überwindung des Muttermundes ist bei der Hündin schwierig und erfordert den Einsatz eines Endoskopes. Eine Besamung kann sinnvoll sein, wenn eine lange Anfahrt zum Rüden erforderlich ist (z.B. Ausland) oder ein natürlicher Deckakt nicht möglich ist. In diesem Fall sollte aber nur dann besamt werden, wenn sicher ist, daß das Unvermögen nicht angeboren ist (z.B. aufgrund eines Unfalls).

Zuchttauglichkeitsuntersuchung

Sie beeinhaltet u.a. die Untersuchung der Geschlechtsorgane sowie eine Samenentnahme. Das gewonnene Sperma wird anschließend auf seine Qualität hin untersucht.

Wann sollte sie durchgeführt werden?

- Möglichst bei allen Rüden vor dem ersten Deckeinsatz bzw. vor der Zuchtzulassung. Dies kann Enttäuschungen ersparen  gerade bei Rassen, bei denen die Zulassungsbedingungen hoch sind und dementsprechend viel Geld investiert werden muß.

- Wenn die Resultate zu wünschen übrig lassen (viele Hündinnen bleiben leer, kleine Würfe...)

- Wenn klinische Auffälligkeiten bestehen oder auftreten (z.B. kein Interesse für läufige Hündinnen, die Hoden werden plötzlich kleiner...)

Samengewinnung und -konservierung

Die Samengewinnung findet beim Rüden durch manuelle Stimulation in Anwesenheit einer läufigen Hündin statt. Auch wenn das Ejakulat für eine Besamung verwendet werden soll (gerade dann!), wird im Labor untersucht, ob es von guter Qualität ist. Für eine Besamung wird nur die spermienreiche Phase verwendet.

Für Besamungen kann das Ejakulat in verschiedener Weise konserviert werden:

  • Nativer Samen:

Der Rüde wird in Gegenwart der zu besamenden Hündin abgesamt. Die spermienreiche Phase des Ejakulates wird sofort nach der Laboruntersuchung ohne Zusätze versamt.

  • Flüssig-konservierter Samen:

Der Rüde wird in Gegenwart einer läufigen Hündin abgesamt. Nach der Samenentnahme und dem Laborcheck wird der spermienreichen Phase eine Lösung zugesetzt, die dafür sorgt, daß die Spermien länger leben (Nährstoffe u.s.w.). Anschließend wird der verdünnte Samen auf 4°C gekühlt und bei dieser Temperatur verschickt. Die Hündin sollte innerhalb von 2-3 Tagen besamt werden, weil ständig mehr Samenzellen absterben. D.h. diese Methode beschränkt sich auf Distanzen zwischen den Hunden, die in kurzer Zeit überwunden werden können.

  • Tiefgefrier-Sperma:

Die Samenentnahme erfolgt zeitlich völlig unabhängig von einer Besamung. Auch hier wird zunächst eine Kontrolle der Samenqualität durchgeführt. In diesem Fall ist sie sogar besonders wichtig, weil der Samen starken Belastungen durch den Gefrierprozeß ausgesetzt ist. Bei minderwertigem Sperma lohnt sich oft der Einfrierversuch gar nicht erst. Auch hier wird nur die spermienreiche Phase verwendet. Die Verdünnungslösung enthält zusätzlich zu den oben erwähnten Inhaltsstoffen auch Gefrierschutzsubstanzen. Nach der Verdünnung wird das Ejakulat in dünne Plastikröhrchen abgefüllt und schrittweite über Stunden abgekühlt und eingefroren. Die Einfrierkurve muß genau eingehalten werden, weil es sonst zu starken Schäden an den Samenzellen kommt. Die Lagerung erfolgt in flüssigem Stickstoff bei -196°C. Zwei Tage später wird ein Proberöhrchen aufgetaut und im Labor untersucht. Dabei wird festgestellt, wie die Qualität des (eingefrorenen und) aufgetauten Samens ist. Die Einfriertauglichkeit schwankt nicht nur von Rüde zu Rüde, sondern auch von Tag zu Tag. Daher muß jede Charge getestet werden. Gleichzeitig wird errechnet, wieviel Röhrchen zur Besamung von einer Hündin gebraucht werden. Je nach Größe des Rüden kann die Anzahl an Besamungsdosen zwischen 1 und ca. 6 pro Samenentnahme liegen. Das Sperma kann nahezu unbegrenzt gelagert werden (solange es sich im flüssigen Stickstoff befindet). Der Versand erfolgt in speziellen Behältern und ist auch über große Distanzen möglich.